Die Konstruktion einer drehbaren Kuppel stellte für mich eine echte Herausforderung dar. Auf den ersten Blick scheint das Prinzip klar – doch wie so oft liegt die eigentliche Schwierigkeit im Detail. Sämtliche Maße mussten präzise berechnet werden, und es galt, eine Vielzahl technischer Anforderungen zu berücksichtigen. Am Ende sollte eine Konstruktion entstehen, die nicht nur stabil, sondern auch dauerhaft wasserdicht und vor allem sturmfest ist. Ein „Ausprobieren“ gibt es hier nicht – bei der Endmontage muss jedes Bauteil exakt passen.
Die Unterstützung eines erfahrenen CAD-Zeichners erwies sich dabei als äußerst wertvoll und legte den Grundstein für eine präzise Umsetzung. Da mir für ein Projekt dieser Größenordnung sowohl die notwendigen Werkzeuge als auch geeignete Räumlichkeiten – und nicht zuletzt die Zeit – fehlten, habe ich die Fertigung der Holzkonstruktion in die Hände eines befreundeten, lokal ansässigen Tischlers gelegt. Gemeinsam entstand so nicht nur eine funktionale Konstruktion, sondern ein echtes Meisterstück, das in Ausführung und Qualität seinesgleichen sucht.
Das Ergebnis dieser intensiven Planungsphase sowie der handwerklichen Umsetzung kann sich sehen lassen: Die Kuppel misst beeindruckende 4,70 m im Außendurchmesser und besteht größtenteils aus passgenau gefertigten Multiplex-Segmenten, deren Fertigung durch den Tischler rund zwei Wochen in Anspruch nahm.
Der eigentliche Kraftakt folgte im Anschluss: Für die Außenhaut wurden in weiterer Eigenleistung über etwa zwei Wochen hinweg zwei Lagen GFK (Glasfaserverbundwerkstoff) aufgebracht, laminiert mit rund 30 Litern Epoxidharz und etwa 75 m² Glasfasermatten. Was auf dem Papier überschaubar wirkt, entwickelte sich in der Praxis zu einer anspruchsvollen und durchaus kräftezehrenden Arbeit. Der Umgang mit Harzen und Glasfasern erfordert nicht nur Geduld und sauberes Arbeiten, sondern auch den nötigen Respekt vor den Materialien. Dämpfe, feiner Glasfaserstaub und klebrige Harzreste verursachten täglich Haut- und Augenreizungen, meine Atemwege wurden trotz Schutzmaßnahmen über langen Zeitraum danach stark belastet. Entsprechend waren Schutzkleidung und Atemschutz unverzichtbar. Schicht für Schicht entstand so unter erheblichem Aufwand eine widerstandsfähige, wetterfeste Außenhülle, die der Kuppel letztlich ihre Stabilität und Langlebigkeit verleiht. Im Anschluss folgten die Lackierarbeiten, die das Gesamtbild abrunden und die Oberfläche zusätzlich schützen.
Vorteil: Stabilität und Witterungsbeständigkeit.
Nachteil: Arbeit ohne Ende!
Für die Basis und die tragenden Spanten wurden insgesamt 14 Multiplexplatten (122 × 244 cm, 18 mm) verarbeitet. Für Außenhaut und Innenverkleidung kamen weitere 21 Multiplex-Birkenplatten (122 × 244 cm, 6,5 mm) zum Einsatz, ergänzt durch zahlreiche Rollen Mineralwolle zur Dämmung der Zwischenräume.
Mit einem Gesamtgewicht von rund 1700 kg lässt sich die Kuppel trotz ihrer Lagerung auf 15 Rollen nicht mehr von Hand bewegen. Ein motorisierter Antrieb mit 0,75 kW Leistung und entsprechender Untersetzung übernimmt daher die Drehbewegung und sorgt für eine präzise, synchrone Ausrichtung mit dem Teleskop.
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Am 15.02.2011 war der Entwurf der 4,7m Kuppel für die Fertigung durch den Tischler auf Papier gebracht worden - es kann beginnen! => mehr Bilder gibt's hier - Klick! |
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Baubeginn 02.08.2011 Der fertig zusammengesetzte 72mm starke Grundring bestehend aus vier Lagen 18mm Multiplex-Birke Radius-Segmenten mit einem Da= 4,7m, welcher die Basis für die Gesamte Konstruktion bildet. |
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Die beiden tragenden Hauptspanten bestehend aus vier Lagen 18mm Multiplex-Birke. Weitere bereits verleimte und montierte 24 Nebenspanten bestehend aus je zwei Lagen zu 18mm. Alles zusammen bildet ein stabiles Grundgerüst. |
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12.08.2011 Einige bereits von innen verkleidete Segmente der Kuppelkonstruktion. Die Innenverkleidung besteht aus 6,5mm Multiplex-Birke Platten. |
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18.08.2011 Rechte Seite der Kuppel wird bereits mit Mineralwolle gedämmt, Außenverkleidung besteht ebenfalls aus 6,5mm Multiplex-Birke. |
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Abschliessende Arbeiten an der Aussenverkleidung der Kuppel. Deutlich zu erkennen die 140cm breite Öffnung. |
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19.08.2011 Fertige Konstruktion. Innenraum mit Schultafelfarbe lackiert. Konstruktion fertig zur Teilung, und für den Transport an ihren endgültigen Bestimmungsort. |
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Verladen beider Hälften auf ein LKW. Die Hälften dürften keinen Zentimeter breiter sein, sonst hätte es wohl einige unerwartete Transportprobleme gegeben - Glück gehabt! |
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Beide Teile abladen, ausnivelliert aufstellen, zusammenfügen und verschrauben. |
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Bereits aufgebaute und verschraubte Konstruktion. Aussenhaut der Kuppel mit Harz versiegelt. |
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01.09.2011 Erste Lage GFK-Laminat aufgetragen. Im Hintergrund ist eine Hälfte des Tores zu erkennen. |
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Ansicht von oben (Sternwartengebäude). Jetzt sind zwei Lagen GFK Laminat aufgetragen, Stösse verspachtelt, eine Oberfläche von ca. 35qm geschliffen. Insgesamt sind 75qm GFK Gewebe und 30l Epoxidharz verarbeitet worden. |
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03.10.2011 Bereits zweifach laminierte und grundierte GFK Aussenhülle. Für drei Grundierschritten mit Zwischenschliff wurden etwa 12kg -2K Grundierung verbraucht. |
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15.10.2011 Abgeschlossene Lackierarbeiten mit 2K Bootslack der Fa. Epiform. Für beide Arbeitsgänge mit zwischenschliff wurden 10kg 2K Lack verbraucht. |
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20.10.2011 Beide auf Rollen bewegliche Torhälften eingesetzt, abgedichtet und mit Sturmhacken gegen Aushebung bei windreichen Tagen gesichert. Kuppel fertig zum Aufsetzen auf das Gebäde - die Spannung steigt! |
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05.11.2011 Der grosse Tag! Nach zwei Tagen und zwei Nächten pausenloser Vorbereitung ist es so weit – der spannendste Moment steht bevor, trotz völliger Erschöpfung. Die fertig montierte Kuppel schwebt am Haken des gewaltigen Krans. Jetzt zählt jede Bewegung. Jetzt zeigt sich, ob die bis ins Detail getriebene Perfektion meiner Arbeit trägt. Jetzt darf nichts mehr schiefgehen! |
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Alles passt genau. Zwischen Mauerwerk und Kuppelrand bleibt rundum ein gleichmäßiger Abstand von fünf Zentimetern – exakt so, wie es geplant, berechnet und erstellt wurde.Jetzt steht dem erfolgreichen Abschluss des Projekts nichts mehr im Wege. |
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Das Werk ist vollendet – die Dachterrasse mit Sichtschutz und Geländer ist fertiggestellt. Nach zehn Jahren intensiver Arbeit, geprägt von Ausdauer und Durchhaltevermögen, ist mein Traum endlich Wirklichkeit geworden. Nun beginnt der schönste Teil:Ich freue mich auf viele besondere Stunden und faszinierende Blicke in den Sternenhimmel. |
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Eigenentwickelte und aufgebaute Leistungssteuereinheit für die Antriebselemente der Kuppel, bestehend aus einem 24-V-Netzteil, einer galvanischen Trennbarriere, Relais für Endlage- und Spaltantriebsteuerung, einem 400-V-Frequenzumrichter für den Kuppelantrieb sowie Überspannungsschutz mit Sicherungsautomaten. Die Ansteuerung sämtlicher Funktionen erfolgt über eine Logikschaltung in Kombination mit zugehöriger Software. |